GreenScheck Projekte
Praxisbeispiel aus dem GreenScheck-Programm
Mit dem GreenScheck fördert In|Die RegionWestfalen nachhaltige Innovationsprojekte in der Region. Das folgende Unternehmensprofil zeigt, wie Betriebe damit neue Wege für mehr Ressourceneffizienz, Klimaschutz und Zukunftsfähigkeit beschreiten.
Projekttitel
Optimierung thermischer Prozessanlagen
Antragsteller:
Cropfiber GmbH, Carlo- Schmid-Allee 3, Dortmund
Kooperationspartner:
ECO MONDIA Green Technology Europe GmbH, Zum Ihnedieck 18, 44265 Dortmund
Ausgangslage:
Thermische Prozessanlagen gehören in produzierenden Unternehmen zu den größten Energieverbrauchern. Viele bestehende Systeme arbeiten jedoch noch mit veralteter Isolierung, manueller Steuerung und unzureichender Prozessüberwachung – mit direkten Folgen: unnötige Energieverluste, höhere CO₂-Emissionen und schwankende Produktqualität. Ziel des Projekts war es, durch optimierte Anlagenauslegung und gezielte Automatisierung Energieverbrauch, Betriebsaufwand und Emissionen messbar zu reduzieren – bei gleichzeitig verbesserter Prozessstabilität und Arbeitssicherheit.
Branchenrelevanz:
Thermische Prozesse sind keine Nischentechnologie – sie sind in nahezu jeder produzierenden Branche ein zentraler Bestandteil der Wertschöpfung. In der Kunststoffverarbeitung, der Metallbearbeitung, der Oberflächentechnik, der Lebensmittelproduktion oder der Verbundwerkstofffertigung laufen thermische Anlagen oft rund um die Uhr. Genau deshalb ist die Hebelwirkung so groß: Wer hier auch nur wenige Prozent Effizienz gewinnt, erzielt aufgrund der hohen Betriebszeiten erhebliche wirtschaftliche und ökologische Wirkung – branchenübergreifend und dauerhaft.
Zielsetzung:
- Prozess- und Ressourcenoptimierung
- nachhaltige Produkt- oder Prozessoptimierung
- Reduzierung der Umweltbelastung
Verfahrensschritte:
- Analyse des Systems und der Prozessführung
- Analyse der Energieeffizienz und der Emissionen
- Identifikation von Optimierungspotenzialen
- Entwicklung von Konzeptvarianten zur Effizienzsteigerung und Prozessstabilität
- Prüfung von Automatisierungs- und Digitalisierungspotenzialen in der Steuerungs- und Regeltechnik
- Machbarkeitsanalyse
Projektergebnisse:
Die Untersuchung hat gezeigt, dass mit steigendem Automatisierungsgrad die sicherheitstechnischen Anforderungen einer Anlage an Steuerung und Überwachung deutlich zunehmen – bestehende Konzepte müssen hier aktiv nachgeführt werden, nicht erst bei Auffälligkeiten.
Im Bereich Brandschutz wurde deutlich, dass bestehende Schutzkonzepte bei thermischen Anlagen häufig nicht mit technischen Änderungen Schritt halten – hier besteht regelmäßig und oft unterschätzter Nachbesserungsbedarf.
Die Analyse zeigte zudem, dass Belastungsgrenzen bei veränderten Prozessparametern schneller erreicht werden als erwartet. Wer einzelne Parameter isoliert optimiert, riskiert Folgeprobleme im Gesamtsystem.
Besonders bei Bestandsanlagen einfacher Bauart wird deutlich: Leistungssteigerungen sind technisch oft denkbar, wirtschaftlich aber selten vertretbar. Nachrüstungen stoßen hier regelmäßig an ihre Grenzen.
Fazit: Technische Machbarkeit und wirtschaftliche Verhältnismäßigkeit müssen von Anfang an gemeinsam bewertet werden – nicht nacheinander.
Transferpotenzial:
Sicherheit von Anfang an einplanen
Bewerten Sie Sicherheitsanforderungen bereits in der Planungsphase von Automatisierungsprojekten – nicht erst bei der Inbetriebnahme. Nachträgliche Anpassungen sind deutlich teurer und zeitaufwändiger.
Leistungsreserven kennen und nutzen
Überprüfen Sie regelmäßig, ob vorhandene Komponenten noch ausreichend dimensioniert sind. Veränderte Prozesse oder höhere Lasten können bestehende Anlagen schnell an ihre Grenzen bringen – oft unbemerkt.
Brandschutz mitdenken, nicht nachdenken
Integrieren Sie Brandschutzmaßnahmen fest in jedes Modernisierungsprojekt. Was im laufenden Betrieb nachgerüstet werden muss, kostet ein Vielfaches – und gefährdet im Zweifel Personen und Anlage.
Die Anlage als Ganzes betrachten
Optimieren Sie Prozesse nicht isoliert. Veränderungen an einer Stelle wirken sich auf das Gesamtsystem aus – eine ganzheitliche Betrachtung verhindert Folgeprobleme und ungeplante Kosten.
Investitionen solide begründen
Führen Sie vor jeder größeren Investition eine Kosten-Nutzen-Analyse durch. So schaffen Sie intern Klarheit, sichern die Wirtschaftlichkeit und haben eine belastbare Grundlage für Entscheidungen.
Lebenszyklus als Planungsgrundlage nutzen
Planen Sie Instandhaltung und Investitionen entlang des gesamten Anlagenlebenszyklus. Wer vorausschauend plant, vermeidet ungeplante Ausfälle, senkt Betriebskosten und verlängert die Nutzungsdauer seiner Anlagen.









