GreenScheck Projekte
Praxisbeispiel aus dem GreenScheck-Programm
Mit dem GreenScheck fördert In|Die RegionWestfalen nachhaltige Innovationsprojekte in der Region. Das folgende Unternehmensprofil zeigt, wie Betriebe damit neue Wege für mehr Ressourceneffizienz, Klimaschutz und Zukunftsfähigkeit beschreiten.
Projekttitel
KI und XR in der Schaltschrankfertigung
Antragsteller:
H&S Hard- & Software Technologie GmbH & Co. KG, Niedersachsenweg 10, 44143 Dortmund
Kooperationspartner:
Ziya GmbH, Eckardstraße 10, 44265 Dortmund
Ausgangslage:
Manuelle Arbeits- und Prüfprozesse sind in vielen Unternehmen zeitaufwendig, fehleranfällig und stark vom Wissen einzelner Mitarbeitender abhängig. Besonders die Einarbeitung neuer Fachkräfte bindet Ressourcen und birgt Qualitätsrisiken. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Effizienz, Dokumentation und Nachhaltigkeit. Vor diesem Hintergrund wurden im Projekt die konkreten Einsatzmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz und Extended Reality für Schulungs-, Fertigungs- und Prüfprozesse untersucht.
Branchenrelevanz:
Das Problem ist kein Einzelfall – es betrifft Unternehmen quer durch alle Branchen und Unternehmensgrößen:
In der Produktion und Fertigung führen Fachkräftemangel und steigende Qualitätsanforderungen zu wachsendem Druck auf Einarbeitungs- und Fertigungsprozesse. In der Logistik entstehen durch fehlerhafte Kommissionierung und mangelnde Standardisierung täglich Kosten und Zeitverluste. Im Handwerk und Bauwesen geht mit dem Ausscheiden erfahrener Fachkräfte jahrzehntelang gewachsenes Prozesswissen verloren. Im Gesundheitswesen sind fehlerfreie Abläufe und lückenlose Dokumentation keine Option, sondern Pflicht. Im Handel und Service wiederum entscheidet die Geschwindigkeit und Qualität der Einarbeitung direkt über Kundenzufriedenheit und Wettbewerbsfähigkeit.
Was alle verbindet: Wissen muss schneller weitergegeben, Prozesse müssen standardisiert und Fehler müssen früher erkannt werden. KI und XR sind dabei keine Zukunftstechnologie – sie sind heute verfügbar und branchenübergreifend einsetzbar.
Zielsetzung:
- Prozess- und Ressourcenoptimierung
- Reduzierung der produktionsbedingten Umweltbelastung
- Nachhaltige Produkt- und Prozessoptimierung
- Entscheidungsgrundlage für Investitionen
Verfahrensschritte:
- Initialisierung und Zielklärung
- Ist-Analyse
- Technologie- und Potenzialanalyse
- Konzeptentwicklung
- Umsetzungsplanung
- Pilotierung
Projektergebnisse:
Das Projektergebnis ist eine konkrete Entscheidungs- und Umsetzungsgrundlage für Unternehmen, die KI- und XR-Technologien in ihren industriellen Prozessen einsetzen möchten – aber noch nicht wissen, wo sie anfangen sollen.
Im ersten Schritt wurden bestehende Prozesse systematisch analysiert und bewertet: Wo entstehen Fehler? Wo geht Zeit verloren? Wo liegt ungenutztes Potenzial? Auf dieser Basis wurden konkrete Anwendungsfälle identifiziert, nach Nutzen und Umsetzbarkeit priorisiert und ein Beispiel-Use-Case detailliert ausgearbeitet. So entsteht kein abstraktes Konzept, sondern ein greifbares Bild davon, wie digitale Technologien im eigenen Betrieb wirken können.
Darauf aufbauend wurde ein optimierter Soll-Prozess entwickelt – also eine klare Vorstellung davon, wie der Prozess mit digitaler Unterstützung aussehen soll. Ergänzt durch eine Umsetzungsroadmap, die zeigt, in welcher Reihenfolge und in welchen Schritten die Einführung sinnvoll gelingt, ohne den laufenden Betrieb zu gefährden.
Was andere Unternehmen daraus mitnehmen können: Nicht jede Technologie passt zu jedem Prozess. Entscheidend ist, zuerst den konkreten Bedarf zu verstehen – und dann die passende Lösung zu wählen, nicht umgekehrt. Eine strukturierte Vorgehensweise spart Zeit, vermeidet Fehlinvestitionen und schafft intern die Akzeptanz, die jede erfolgreiche Einführung braucht.
Transferpotenzial:
Wo lohnt sich der Einstieg?
Prüfen Sie, in welchen Bereichen Ihr Unternehmen am meisten von digitaler Unterstützung profitieren würde. Besonders geeignet sind Schulungs- und Einarbeitungsprozesse, Fertigungs- und Montageprozesse sowie Qualitätssicherung und Prüfprozesse – also überall dort, wo Wissen weitergegeben, Abläufe wiederholt und Fehler vermieden werden müssen.
Passt das zu uns?
KI- und XR-Technologien entfalten ihren größten Nutzen dort, wo manuelle oder komplexe Prozessstrukturen vorhanden sind, Wissen bisher uneinheitlich weitergegeben wird und der Wille zur Digitalisierung im Unternehmen grundsätzlich vorhanden ist. Wenn diese drei Voraussetzungen zutreffen, ist die Grundlage für eine erfolgreiche Übertragung gegeben.
Was bringt es konkret?
Unternehmen, die diesen Weg gehen, berichten von weniger Fehlern und deutlich reduzierter Nacharbeit, kürzeren Einarbeitungszeiten bei gleichzeitig höherer Qualität, effizienterem Einsatz von Personal und Ressourcen sowie spürbar mehr Prozesssicherheit im Alltag.
Wie anfangen?
Wählen Sie einen Prozess, der klar abgegrenzt, fehleranfällig und gut dokumentierbar ist. Starten Sie dort mit einem Pilotprojekt, sammeln Sie Erfahrungen – und übertragen Sie das Gelernte schrittweise auf weitere Bereiche.









