GreenScheck Projekte
Praxisbeispiel aus dem GreenScheck-Programm
Mit dem GreenScheck fördert In|Die RegionWestfalen nachhaltige Innovationsprojekte in der Region. Das folgende Unternehmensprofil zeigt, wie eine handwerklich geprägte Bio-Bäckerei die energetische Ausgangslage ihrer Produktion analysiert und konkrete Entscheidungsgrundlagen für klimafreundliche Investitionen entwickelt.
Projekttitel
Energieanalyse für die klimafreundliche Weiterentwicklung einer Bio-Bäckerei
Antragsteller:
Vollkornbäckerei Niemand GmbH, Rohrstraße 24, 58093 Hagen
Kooperationspartner:
Dr. Rudolphi Energieeffizienz GbR, Much
Ausgangslage:
Die Vollkornbäckerei Niemand ist eine traditionsreiche Hagener Bio-Bäckerei mit zentraler Backstube und sieben Filialen. Das Unternehmen möchte das handwerkliche Bäckerhandwerk langfristig erhalten und gleichzeitig den steigenden Anforderungen an Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und Fachkräftesicherung begegnen.
In den vergangenen Jahren haben insbesondere gestiegene Energiepreise, höhere Personalkosten und der zunehmende Fachkräftemangel den Handlungsdruck erhöht. Gleichzeitig verfolgt die Bäckerei das Ziel, ihre Produktion ressourcenschonender auszurichten und künftig stärker auf erneuerbare Energien zu setzen. Geplant ist unter anderem eine teilweise Verlagerung der Produktion in die Tagesstunden durch den Einsatz eines zusätzlichen Gärunterbrechers. Hierfür fehlten bislang belastbare Daten, wie sich Photovoltaik, Energiespeicherung und die vorhandenen Produktionsanlagen optimal miteinander verbinden lassen.
Branchenrelevanz:
Viele handwerkliche Bäckereien stehen vor vergleichbaren Herausforderungen: Energieintensive Produktionsprozesse treffen auf steigende Energiekosten, Fachkräftemangel und wachsende Nachhaltigkeitsanforderungen. Gleichzeitig liegen die Hauptproduktionszeiten häufig nachts oder in den frühen Morgenstunden, während erneuerbarer Strom aus Photovoltaikanlagen vor allem tagsüber verfügbar ist.
Das Projekt zeigt exemplarisch, wie Produktionsorganisation, Energieversorgung und Nachhaltigkeitsziele gemeinsam betrachtet werden können, um ökologische und wirtschaftliche Verbesserungen zu erzielen. Entscheidend ist dabei nicht nur die technische Einzelmaßnahme, sondern das Zusammenspiel von Backöfen, Gärtechnik, Speicheroptionen, Produktionszeiten und Eigenstromnutzung.
Zielsetzung:
- Analyse der energetischen Ausgangssituation der Produktion.
- Ermittlung von Energie- und Ressourcenverbräuchen als Grundlage für belastbare Entscheidungen.
- Entwicklung konkreter Maßnahmen zur Prozess- und Ressourcenoptimierung.
- Bewertung von Investitionen in klimafreundliche Energieträger, insbesondere Photovoltaik und Speicherlösungen.
- Verknüpfung von Photovoltaik und Produktionsprozessen mit Blick auf Eigenstromnutzung und Wirtschaftlichkeit.
- Verbesserung von Nachhaltigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsbedingungen durch eine mögliche stärkere Tagschichtproduktion.
- Reduzierung produktionsbedingter Umweltbelastungen.
Verfahrensschritte:
- IST-Analyse
- Ressourcenauswertung
- Kennzahlenbildung
- Entwicklung von Zukunftsszenarien
- Wirtschaftlichkeits- und Nachhaltigkeitsbewertung
- Abschlussbericht
Projektergebnisse:
Die Analyse des Produktionsstandortes identifizierte die größten Energieverbraucher in den Bereichen Backöfen, Wärmeversorgung sowie Kälte- und Gärtechnik. Auf dieser Grundlage wurden verschiedene Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Senkung der CO₂-Emissionen untersucht.
Im Mittelpunkt stand die Bewertung einer Photovoltaikanlage einschließlich verschiedener Speichergrößen und eines Zukunftsszenarios mit angepasster Produktionsplanung. Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere die Kombination aus Photovoltaik, Batteriespeicher und optimierten Produktionszeiten die Eigenstromnutzung erhöhen und Energiekosten nachhaltig senken kann.
Ergänzend wurden weitere Optimierungspotenziale in den Bereichen Spültechnik, Kälteanlagen, Gärautomaten und Backöfen aufgezeigt. Damit liefert das Projekt eine fundierte Grundlage für zukünftige Investitionen in eine wirtschaftliche und klimafreundliche Energieversorgung.
Transferpotenzial:
Wo lohnt sich der Einstieg?
Besonders profitieren energieintensive Handwerksbetriebe wie Bäckereien und Lebensmittelbetriebe. Vor allem Unternehmen mit Nacht- und Frühschichtproduktion können durch eine bessere Abstimmung von Energieerzeugung und Produktionsabläufen erhebliche Potenziale erschließen.
Was ist der entscheidende Erfolgsfaktor?
Nachhaltigkeit entsteht nicht allein durch neue Technik. Den größten Nutzen bringt die Verbindung von Energieerzeugung, Produktionsplanung und Ressourceneffizienz. Eine fundierte Datengrundlage hilft dabei, Investitionen gezielt auszurichten und wirtschaftlich zu bewerten.
Welchen Mehrwert bietet das?
Die Kombination aus Photovoltaik, Batteriespeichern und optimierten Produktionszeiten kann Energiekosten und CO₂-Emissionen deutlich senken. Gleichzeitig lassen sich Arbeitszeiten attraktiver gestalten und damit die langfristige Fachkräftesicherung unterstützen.
Wie gelingt die Umsetzung?
Starten Sie mit einer Analyse Ihrer Energieverbräuche und Produktionsabläufe. Auf dieser Basis können Investitionen in Photovoltaik, Speicherlösungen und Prozessanpassungen gezielt geplant und in eine langfristige Nachhaltigkeitsstrategie eingebunden werden.









