GreenScheck Projekte
Praxisbeispiel aus dem GreenScheck-Programm
Mit dem GreenScheck fördert In|Die RegionWestfalen nachhaltige Innovationsprojekte in der Region. Das folgende Unternehmensprofil zeigt, wie ein metallverarbeitender Betrieb durch eine systematische Energie- und Ressourcenanalyse konkrete Ansätze zur Senkung von Energieverbrauch, Kosten und CO₂-Emissionen entwickelt.
Projekttitel
Energie- und Ressourceneffizienzberatung in der Metallverarbeitung
Antragsteller:
Kubitz Schmiedetechnik GmbH, Bandstahlstraße 4, 58093 Hagen
Kooperationspartner:
EffizienzPlus GmbH, Dortmund
Ausgangslage:
Die Kubitz Schmiedetechnik GmbH fertigt in Hagen Maschinen, Anlagen und Werkzeuge für die Metallverarbeitung, insbesondere für die Kaltwalz- und Schmiedeindustrie. Ihr Schwerpunkt liegt auf großen Bauteilgeometrien mit einem spezialisierten Maschinenpark. Im Werkzeugbau kommen unter anderem Schweißanlagen und Öfen zur Wärmebehandlung zum Einsatz; hinzu kommen Querschnittstechnologien wie Heizung, Druckluft, Absaugung und Kälteanlagen.
Diese Produktions- und Versorgungsstruktur führt zu einem hohen Ressourcenverbrauch am Standort. Gleichzeitig sind die Energieverbräuche bislang nicht ausreichend transparent und nicht durchgängig verursachergerecht zugeordnet. Vor dem Hintergrund gestiegener Kosten und wachsender Anforderungen an Nachhaltigkeitskriterien, insbesondere an Treibhausgasbilanzen, bestand die Notwendigkeit einer unabhängigen, fachlich fundierten Energie- und Ressourcenanalyse.
Branchenrelevanz:
Das Projekt ist für metallverarbeitende Unternehmen mit energieintensiven Prozessen besonders relevant. Schmiede-, Wärmebehandlungs-, Schweiß-, Druckluft- und Absauganlagen verursachen häufig hohe Energiebedarfe, deren genaue Zuordnung im Tagesgeschäft schwierig ist. Genau hier setzt das Projekt an: Es schafft Transparenz, identifiziert energetische Schwachstellen und übersetzt die Analyse in konkrete, wirtschaftlich bewertete Maßnahmen.
Die Ergebnisse sind über Kubitz hinaus anschlussfähig für produzierende Betriebe, die Abwärme bisher nur unzureichend nutzen, ungeregelte Absaugsysteme betreiben oder erneuerbare Energien stärker in ihre Produktions- und Versorgungskonzepte einbinden wollen.
Zielsetzung:
- Transparenz über Energieverbräuche in Produktion, Gebäuden und Querschnittstechnologien schaffen:
- Energie- und Materialverbrauch verursachergerecht zuordnen, Verlustquellen und energetische Schwachstellen identifizieren
- Wirtschaftlich tragfähige Maßnahmen zur energetischen Optimierung und nachhaltigen Ressourcenverwendung entwickeln.
- Ein priorisiertes Maßnahmenkonzept inklusive Förderhinweisen und Entscheidungsgrundlagen für Investitionen erstellen.
- Grundlagen für die Integration von Energieverbräuchen in Herstellkostenkalkulationen und künftige THG-Bilanzen schaffen.
Verfahrensschritte:
- IST-Analyse
- Messung und Datenerfassung
- Verbrauchs- und Schwachstellenanalyse
- Nachhaltigkeits- und Ressourcenbewertung
- Maßnahmenkonzept
- Abschlussbericht
Projektergebnisse:
Das Projektergebnis ist eine fundierte Entscheidungsgrundlage für das Unternehmen, um Energieeffizienz zu steigern und CO₂-Emissionen nachhaltig zu reduzieren.
Es wurden vier zentrale Maßnahmenfelder mit Energie- und CO2-Einsparpotential identifiziert: die Optimierung der Schweißrauchabsaugung, die Modernisierung der Wärmeversorgung sowie Photovoltaikanlagen mit rund 100 kWp und 30 kWp. Für alle Maßnahmen wurden technische Umsetzungsmöglichkeiten sowie Energie- und CO₂-Einsparpotenziale bewertet.
Besonders wirkungsvoll ist demnach die Kombination aus bedarfsgeregelter Schweißrauchabsaugung, Abwärmenutzung und einer modernen Wärmeversorgung mit Wärmepumpen und hydraulischer Optimierung. Insgesamt ergibt sich ein rechnerisches Einsparpotenzial von rund 227,8 MWh Energie und 61,9 Tonnen CO₂ pro Jahr. Damit liefert das Projekt eine belastbare Entscheidungsgrundlage für Investitionen in Ressourceneffizienz und klimafreundlichere Produktionsstrukturen
Transferpotenzial:
Warum lohnt sich eine Energieberatung?
Eine systematische Energieberatung schafft Transparenz über Energieverbräuche und zeigt auf, wo die größten Einsparpotenziale liegen. Erst wenn Verbräuche verursachergerecht erfasst und bewertet werden, lassen sich Maßnahmen wirtschaftlich priorisieren und fundierte Investitionsentscheidungen treffen.
Wo lohnt sich der Einstieg?
Für produzierende Unternehmen empfiehlt sich der Blick auf die größten Energieverbraucher und Querschnittstechnologien. Besonders häufig bieten Bereiche wie Absaugung, Druckluft, Wärmeversorgung, Abwärmenutzung und Photovoltaik hohes Einsparpotenzial – vorausgesetzt, sie werden betriebsspezifisch analysiert und bewertet.
Welchen Mehrwert bietet das?
Die Ergebnisse einer Energieberatung liefern eine belastbare Grundlage für Investitionen, Fördermittel und die langfristige Senkung von Energieverbrauch und CO₂-Emissionen.
Wie gelingt die Umsetzung?
Auf Basis der Analyse können Maßnahmen nach Wirtschaftlichkeit und Umsetzbarkeit priorisiert und schrittweise umgesetzt werden. So lassen sich Ressourcen gezielt einsetzen und Investitionen nachhaltig absichern.









