GreenScheck Projekte
Praxisbeispiel aus dem GreenScheck-Programm
Mit dem GreenScheck fördert In|Die RegionWestfalen nachhaltige Innovationsprojekte in der Region. Das folgende Unternehmensprofil zeigt, wie Betriebe damit neue Wege für mehr Ressourceneffizienz, Klimaschutz und Zukunftsfähigkeit beschreiten.
Projekttitel
Energieeffizienz durch Wärmerückgewinnung
Antragsteller:
GIF mbH & Co. KG, Tronjestraße 1, 44319 Dortmund
Kooperationspartner:
Schaffrick Ingenieure GmbH, Glückauf-Ring 8, 45699 Herten
Ausgangslage:
Ob in der Automobilindustrie, der Lebensmittelverarbeitung, im Maschinenbau oder in der Holz- und Metallbearbeitung: Druckluft wird überall für pneumatische Antriebe, Steuerungen, zum Kühlen oder Reinigen benötigt.
Druckluftanlagen sind eine der größten „Energiefresser“ in der deutschen Industrie und machen etwa 7 bis 11 % des gesamten industriellen Stromverbrauchs aus. Da der Wirkungsgrad extrem gering ist, bieten sie immense Einsparpotenziale: Mit gezielten Maßnahmen lassen sich typischerweise 30 bis 33 % der Energiekosten einsparen.
- Typische Schwachstellen: Nahezu jedes Druckluftnetz hat mit Leckagen, Druckabfällen und einer ineffizienten Erzeugung oder Regelung zu kämpfen.
Branchenrelevanz:
Da Druckluft als die „vierte Energieform“ in nahezu allen produzierenden Gewerben, der Industrie und im Handwerk zum Einsatz kommt, bietet die Systemoptimierung branchenübergreifend enorme Energie- und Kosteneinsparpotenziale.
Anwendungsbeispiele:
- Fertigung & Metallverarbeitung: Pneumatische Werkzeuge, Pressen und Spannvorrichtungen benötigen zuverlässigen, konstanten Druck.
- Chemie-, Pharma- und Lebensmittelindustrie: Hier ist die Qualitat der Druckluft (z.B. absolute Öl- und Partikelfreiheit) essenziell.
Automobilindustrie: Präzisionswerkzeuge und Lackieranlagen erfordern perfekt aufbereitete und geregelte Druckluftsysteme.
Zielsetzung:
- Ressourceneffizienz
- Einsatz klimafreundlicher Energien
- Resiliente Energieversorgung
- Kosteneinsparung
Verfahrensschritte:
- Prozessanalyse
- Herleitung Technischer Realisierbarkeit
- Entwicklung alternativer Anlagekonzepte
- Marktanalyse unter Berücksichtigung der Finanzierbarkeit
Projektergebnisse:
Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) konnten mehrere relevante Handlungsfelder zur Reduzierung von Energieverbräuchen und Treibhausgasemissionen identifiziert werden. Die Resultate demonstrieren, dass insbesondere die Nutzung von Wärmerückgewinnung aus industriellen Prozessen oder technischen Anlagen ein signifikantes Potenzial zur Reduktion des Verbrauchs fossiler Energieträger für Heizung und Warmwasser aufweist. Dies hat eine signifikante Reduktion der Energiekosten sowie der CO2-Emissionen zur Folge. Ein Beispiel für die Nutzung von Abwärme ist die Beheizung von Büro- und Lagerflächen mittels Abwärme aus Produktionsanlagen oder Druckluftkompressoren. In Betrieben, die mit Kühlanlagen ausgestattet sind, besteht zudem die Möglichkeit, die dabei entstehende Wärme für die Warmwasserbereitung zu nutzen.
Darüber hinaus wurde deutlich, dass der Umstieg auf erneuerbare oder strombasierte Wärmeerzeugungssysteme einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Dekarbonisierung von Unternehmen leisten kann. Der Ersatz konventioneller, fossil betriebener Heizsysteme ermöglicht eine nachhaltige Verringerung der Treibhausgasemissionen und eine bessere Erfüllung zukünftiger regulatorischer Vorgaben. Ein Beispiel für die Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien an der Wärmeversorgung stellt der Austausch einer alten Gasheizung durch eine Wärmepumpe dar. In Kombination mit einer Photovoltaikanlage auf dem Betriebsdach kann ein Teil des benötigten Stroms direkt vor Ort erzeugt werden.
Ein weiterer zentraler Aspekt ist die Wirtschaftlichkeit entsprechender Maßnahmen. Die Analyse ergibt, dass staatliche Förderprogramme die finanzielle Belastung von Investitionen in Energieeffizienz und klimafreundliche Wärmetechnologien erheblich reduzieren können. In der Folge werden auch Maßnahmen wirtschaftlich attraktiv, die ohne Förderung nur schwer umsetzbar wären. Die Anschaffung von Wärmepumpen, Wärmerückgewinnungssystemen oder die Modernisierung von Heizungsanlagen kann beispielsweise durch Zuschüsse oder zinsgünstige Kredite zu einer signifikanten Senkung der Kosten führen.
Zudem wurde festgestellt, dass Förderungen häufig an spezifische Voraussetzungen geknüpft sind. Zu den relevanten Faktoren zählen etwa die Anforderungen an den Anteil erneuerbarer Energien in der Wärmeversorgung sowie die Einhaltung definierter Effizienzstandards. Für KMU ist es daher von signifikanter Relevanz, die jeweiligen Förderbedingungen frühzeitig in die Planung von Investitionsvorhaben zu integrieren, um Förderpotenziale vollständig auszuschöpfen und die Umsetzbarkeit der Maßnahmen sicherzustellen.
Transferpotenzial:
Strategie zuerst
Entwickeln Sie eine langfristige Energie- und Klimaschutzstrategie, die Technik, Wirtschaftlichkeit, Fördermöglichkeiten und gesetzliche Anforderungen zusammendenkt. Überprüfen Sie diese regelmäßig – Gesetze und Förderlandschaften ändern sich schneller als geplante Investitionszyklen.
Abwärme nutzen, bevor sie verpufft
Schauen Sie genau hin, wo in Ihrem Produktionsprozess Wärme entsteht und ungenutzt bleibt. Oft lässt sich diese für Heizung, Warmwasser oder direkt im Prozess wiederverwenden – ohne große Investitionen.
Heizsysteme zukunftsfest machen
Analysieren Sie Ihre bestehende Wärmeversorgung: Wie effizient ist sie? Wie lange noch zukunftsfähig? Planen Sie die Umstellung auf erneuerbare oder elektrische Alternativen schrittweise – so bleibt sie wirtschaftlich und beherrschbar.
Photovoltaik ausschöpfen
Haben Sie eine ältere PV-Anlage? Moderne Module erzielen auf gleicher Fläche deutlich mehr Ertrag – eine Modernisierung rechnet sich oft schneller als erwartet. Prüfen Sie zusätzlich, ob Dächer oder Fassaden weitere Installationsfläche bieten. Je höher Ihr Eigenverbrauchsanteil, desto unabhängiger werden Sie von steigenden Energiepreisen.
Förderung vor der Investition klären
Informieren Sie sich über verfügbare Förderprogramme, bevor Sie Investitionsentscheidungen treffen – nicht danach. Fristen und Anforderungen sind oft eng, aber wer sie kennt, schöpft erhebliche Mittel aus.









